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Der Ausflug ins Burgenland war prima. Ich gründete für diesen Zweck die Neigungsgruppe „Preisverleihung mit Weinverkostung“. Die Hälfte meiner Neigungsgruppe fuhr vom Wiener Hauptbahnhof in Richtung Burgenland. Die andere Hälfte – also zwei Freundinnen und ich – fuhren von Meidling. Eigentlich kenne ich Verspätungsanzeigen nur von der Deutschen Bahn. Dort fallen Züge meistens ganz aus. Unser Meidlinger Zug käme also mit einer halben Stunde Verspätung und wir würden den Anschluss in Wulkaprodersdorf (so nenne ich meine nächste Hauptfigur) nicht schaffen. Also stiegen wir einen früheren Zug und fuhren wenige Stationen bis … äh … Moment, ich muss den Namen schnell googeln … Münchendorf. Eine Stimmung wie im Bahnhof in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Zum Glück Internet. Unser Bus käme in zwei Minuten. Nur war die Bushaltestelle einen halben Kilometer entfernt. Gut, ich meine, ich kriege ja nicht dauernd Preise. Zuletzt habe ich 1978 gewonnen. Da habe ich mir auf der Dornbirner Messe ein Rotkreuzlos für 1 Schilling gekauft und eine Langspielplatte von James Last gewonnen, die „Partyking“ hieß; ich fand sie schrecklich. Und wenn man nur alle 41 Jahre einen Preis kriegt, dann möchte man schon dabei sein. Meine Freundin sah wohl, dass ich blass wurde, todesmutig sprang sie auf die Straße und hielt einen Pritschenwagen auf. Der Fahrer verstand sofort, dass es um etwas Großes ging. Meine Freundin sprang auf die Ladefläche. Ich im Preisverleihungshemd quetschte mich mit der anderen Freundin auf den Beifahrersitz. Dort saß nur leider ein riesiger Hund. Ich nahm ihn auf den Schoß, der schlabberte mir die Schminke vom Gesicht, während der Pritschenwagenfahrer durch Münchendorf raste und vor dem herannahenden Bus eine Vollbremsung hinlegte. Der Bus wollte an uns vorbeifahren. Da erkannte meine Freundin wieder den Ernst der Lage, sprang noch einmal auf die Straße und hielt ihn auf. Der Busfahrer war nicht besonders freundlich. Aber, ganz ehrlich, das war uns inzwischen egal. Unterdessen wurde auch der zweite Teil meiner Neigungsgruppe nervös. Denn der Zug vom Hauptbahnhof wurde geteilt – ein Teil fuhr nach Neusiedl, einer nach Eisenstadt. Von Bregenz bis Wien steht dir Chris Lohner zur Seite. Und plötzlich nichts mehr. Keine Ansage. Keine Anzeige. Kein Hinweis. Kein Schaffner. Da waren sie 700 Kilometer durch das ganze Land gefahren und steckten in Neusiedl. Liebe Politiker (wer immer das in Zukunft sein wird) aus dem Burgenland, aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark – könnt ihr euch bitte ein einziges Mal ein Vorbild an Vorarlberg nehmen? Dort fahren bis Sibratsgfäll und Schoppernau, bis Dalaas und Gargellen mindestens jede Stunde ein Bus. Die Busse sind perfekt untereinander vernetzt und an das Zugnetz angebunden. Ehrlich. Der öffentliche Verkehr in den östlichen Bundesländern ist fast so miserabel wie die deutsche Bahn. Schlussendlich haben wir’s dann doch geschafft, aber nur weil wir zwei Stunden früher als nötig losgefahren sind. Es war mir eine große Ehre mit wunderbaren Autorinnen und Autoren und Illustratoren auf der Bühne zu stehen. Albert Wendts „Adrian und Lavendel“ gehört zu meinen Lieblingshörspielen. Das Bilderbuch von Jens Rassmus „Das Nachttier“ hat mich ebenso tief berührt und wie die Graphic Novelv Peter Phobia „My Father never cut his hair“. Noch mehr berührt haben mich meine Freunde, die für mich da sind, wenn es wichtig ist. DANKE!