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Mia kann jetzt lesen. Keiner hat genau mitgekriegt, wann das passiert ist, aber auf einmal versteht sie den Sinn hinter den Buchstaben. Sie rennt durch die Gegend und entziffert alles. Das ist lustig. Dann wollen sie in der Schule, dass Mia Geschichten liest. Das ist nicht mehr lustig. Nur anstrengend. Mia wirft das Handtuch. Beim Elternsprechtag sagt die Lehrerin: „Man muss mit Mia lesen üben.“ Die Eltern lassen sich beraten. Für Mia nur das Beste. Die kompetente Buchhändlerin empfiehlt literarisch ausgezeichnete Werke. Mag Mia nicht. Mia will Der magische Blumenladen. Mia hat Geburtstag. Die Verwandten wollen was schenken. Die Eltern sagen: „Am liebsten was mit Laden.“ Und so bekommt Mia: Der Laden, Lenas Laden, Richards Kindermusikladen, Der zauberhafte Eisladen, Der neue Eisladen, Laden der Träume, Der zauberhafte Wunschbuchladen. Zuletzt taucht, wie die dreizehnte Fee, die Patentante mit einem e-Book-Reader auf und hat für 1,68 Euro draufgeladen: Der erfolgreiche Hilfe für 4 Pfoten Laden. Da schreien die Eltern STOPP. Mia versteht die Aufregung nicht. Sie mag das alles. Außerdem fällt ihr das Lesen immer leichter. Und um die Technik zu erlernen, ist all dieses Lesefutter perfekt. Vielleicht kann ich mitnaschen, wenn ich meine nächste Reihe nenne: Der total magische Saftladen. Mia und ich freuen uns auf saftige Abenteuer.

Kolumne erscheint im Mai 2018 im Anzeiger (Magazin für den österreichischen Buchhandel)