Neuigkeiten

Ich habe den schönen Auftrag bekommen, monatlich eine Kolumne zu schreiben. Sie erscheint im Anzeiger, dem Fachmagazin für die österreichische Buchbranche. Hier der erste Versuch.

Gangsta Omas

Warum auch Erwachsene nie aufhören sollten, sich für Kinderbücher zu interessieren

Ich war live dabei, als sich der Hotzenplotz die Bratwürste in den Wampen gestopft, als der Dampf den Zwicker der Großmutter beschlagen hat. Ich habe es gerochen, das Sauerkraut und den Schnupftabak. Ich habe sie gehört, die Kaffeemühle, die Unke im Pfuhl und die Dimpfelmoser-Schreie im Spritzenhaus. Mein Herz hat geschlagen, als Hotzenplotz in die Pedale trat und die Großmutter vom Gepäckträger rief: „Herr Dimpfelmoser! Wo fahren wir denn hin?“ Schon dieses Wort. Großmutter. Die pure Verheißung. Meine hieß Oma. Großmütter gab es nur in Kinderbüchern. Oder Omamas. Die saßen meistens in Apfelbäumen. Meine saß in der Küche und las. Heute heißen die Großmütter in Kinderbüchern gern Gangsta Oma. Viele Erwachsene wissen das leider nicht. Als sie nämlich aufgehört haben, Kind zu sein, haben sie auch aufgehört, sich für Kinderbücher zu interessieren. Erst wenn sie eigene Kinder kriegen, stellen sie verzückt fest: Es gibt sie immer noch, die Raupe Nimmersatt, Jim Knopf und die drei Stanisläuse. Dass sie die Gangsta Oma und den britischen Humor von David Williams nie kennenlernen werden, ist schade für David Williams, die Kunst und die Buchbranche. Aber wenn man ein Kind ist, ist einem die Kunst und die Buchbranche herzlich egal. Hauptsache man darf einen Räuber jagen, die Großmutter befreien und auf eine Kiste pinseln: „Vorsicht Gold!“

 

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Ich weiß nicht warum. Aber Schnee macht mich glücklich. Den ganzen Dezember habe ich gewartet. Und dann kam er. In großen Flocken. Weiß und wunderbar. Schneeschaufeln tu ich wirklich gern. Und Rasenmähen. Schnee schmeckt. Gras riecht. Von Schnee bekommt man kalte, von Gras grüne Füße. Und wenn es geschneit hat, dann fährt der 50 Jahre alte Einer-Sessellift neben meiner Haustür. Leider sehr, sehr langsam. Ich fotografiere die Bäume und lese ein Buch. weiterlesen

Da fängt man an Bücher zu schreiben. Die Bücher stehen plötzlich in Regalen. Dann bekommt man Anfragen für Lesungen und freut sich sehr und sagt zu allem JA. Und plötzlich fährt man kreuz und quer in der Weltgeschichte herum, packt nur noch Koffer ein und aus und merkt, dass man droht zu einem Vorlesemonster zu mutieren… Ein ereignisreicher Herbst liegt also hinter mir.

Ich las auf wunderschönen Bühnen …

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In traumhaften Sälen…

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Und in nicht so traumhaften…

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Ich bin zurück aus Braunschweig, habe tolle Kollegen und Kolleginnen kennengelernt und in vielen Schulen gelesen. In der Oswald Berkhan Schule durfte das Lila Monster in der großen Pause bei der Sekretärin mit den Lila Haaren sitzen, während ich eine Führung bekommen habe. Die schönsten Vorhänge gibt es Hinter der Masch – und sehr nette Kinder. In der Grundschule Diesterwegstraße kam Lorenz zu mir.

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Der Heizkörper arbeitet wieder. Mein Kopf auch. Ich bin viel unterwegs, packe den Koffer ein und wieder aus, hatte eine schöne Zeit mit Peter Fuschelberger vom Literaturhaus Salzburg und Schülern im Gymnasium Saalfelden, die aus ihren Texten gelesen haben. Im Tauernbahnmuseum in Schwarzach St. Veit durfte ich wieder in einem Bahnhof lesen. Ich liebe alte Bahnhöfe. Nächsten Sonntag Vormittag bin ich mit der Piratenschiffgäng in Lingenau. George Nussbaumer wird Barti Blu und den anderen wilden Gesellen seine tiefe Stimme leihen. Das wird ein besonderes Vergnügen. Dann fahre ich nach Braunschweig zur Kinder- und Jugendbuchwoche. Da fällt mir ein: In Braunschweig stand ich einmal am Bahnsteig und merkte, dass ich meinen Laptop nicht bei mir hatte. Der ICE fuhr ein und der Schweiß brach aus und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich ließ den Zug – für den ich ein Sparticket hatte – fahren, nahm mir ein Taxi und fuhr zurück nach Wolfenbüttel, wo mein Laptop in einem Chinarestaurant lag. Mit dem Taxi schaffte ich den letzten Zug nach Hause, zu einem horrenden Preis. Also, denkt dran: Immer alles mitnehmen.

Schreibtisch September 2016 besser

90 000 Bücher erscheinen jährlich auf dem deutschsprachigen Markt. In wenigen Tagen werden es 90 003 sein – so ungefähr halt. Wenn ich mir vorstelle, wieviel Arbeit hinter jedem dieser Bücher steckt, wird mir drümlig (eigentlich schade, dass es dieses Wort nur im Dialekt gibt). Ich wünsche euch einen guten Herbstanfang. Vielleicht habt ihr Lust nächsten Sonntag Vormittag, 10.September, in den Bahnhof Andelsbuch zu kommen. Dort lese ich zur Einstimmung auf den Schulanfang aus „Pfeffer, Minze und der Schule“. Illustrationen an der Wand wird’s auch geben, ein lila Monster und meine Neuerscheinungen: „Sunny Valentine – Von Zirkuskanonen und elefantösen Notfällen“ und „Die Piratenschiffgäng“.

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Als ich noch unterrichtet habe, erfand ich ein Schulgespenst, dem die Kinder ihre geheimsten Geheimnisse in Briefen anvertrauten. Als Egidius Flattermann Polterknecht habe ich jeden Nachmittag manchmal 25 Briefe beantwortet. Viele der ehemaligen Kinder sprechen heute noch von Egidius. Viele wünschten sich die Geschichten in einem Buch. Dieses Buch ist vor drei Tagen erschienen. Ich widme es allen Kindern, die Egidius zwischen 1991 und 2010 Briefe geschrieben haben, um ihre Sorgen und Ängste loszuwerden oder aus purem Spaß. Weil Briefeschreiben Spaß macht. Und, ihr glaubt es kaum, auf Papier fast noch mehr. DANKE!

Brighton 1

Queen Viktoria

Verdammte Franzosen. Verdammte Indianer. Verdammte Iren. Verdammter Großonkel. Der dritte George in Folge. Der hatte sich lieber in seinem Seebad vergnügt, anstatt sich um die Kolonisten in Übersee zu kümmern. Die Stimmung dort drüben war ohnehin schon angeheizt, musste er auch noch Extrasteuern einführen.

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Palais 2

Palais 1

Im Frühling bin ich viel gereist. Ich durfte lesen in Palästen und Scheunen, in Buchhandlungen, Gärten und Zügen. Jetzt sitze ich wieder am Schreibtisch und denke mir Sachen aus. Bald erscheint eine neue Geschichte von Sunny und eine neue Geschichte von Pfeffer und ich freue mich auf die 5. Kinderbuchmesse „Buch am Bach“ in Götzis, wo ich nur eine halbe Stunde hinfahren muss, jeden Tag drei Lesungen habe und viele Leute treffe.

Kommt doch vorbei! Lasst uns im Foyer am Stehtisch einen Kaffee trinken und eine Brezel essen. Bisschen plaudern und so.

 

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Ich habe eine Reise nach Eisenstadt gemacht zur Verleihung des österreichischen Kinder und Jugendbuchpreises. Dort wurde „Am Ende der Welt traf ich Noah“ in die Kollektion aufgenommen. Ich habe viele interessante Autorinnen getroffen. Es ist schön, die Menschen hinter den Namen kennenzulernen, die ich schon lange nur von Buchdeckeln kenne.

Jutta Treiber, hier in der ersten Reihe in der Mitte, schreibt nicht nur großartige Geschichten, sie zaubert einem permanent ein Lächeln ins Gesicht, wenn man in ihrer Nähe ist. Ihre Familie betreibt in vierter Generation in Oberpullendorf Das Kino nebenan. Ich würd‘ jede Woche hingehen, wenn ich nicht am anderen Ende des Landes wohnen würde.

Wir haben gut gegessen und getrunken …

Mit Lisa Blaser und Sabine Hildebrandt vom Loewe Verlag war ich im Weingut Sandhofer in Purbach. Wir bekamen eine Führung durch die Weinberge und haben besonders gute Weine kosten dürfen. Einige der Rebstöcke sind zum Glück vom Frost verschont geblieben.

Vom Verlag Luftschacht aus Wien wurden etliche Bücher ausgezeichnet. Trotzdem. Das Verlagsleben ist hart – wie das der Autoren, Illustratoren und Buchhändler. Dabei wäre es so einfach: Jedem sein Grüffelo!

Endlich weiß ich, wer Verena Hochleitner ist – auch eine begnadete Illustratorin. Hier links außen.

Im Taxi zur Lesung in der NMS Mattersburg (in der es viele sehr engagierte Lehrer und Lehrerinnen gibt) habe ich Christa Schmoiger und Renate Habinger (im gestreiften Rock) kennengelernt. Renate hat schon unzählige Preise gewonnen und ihre Illustrationen begleiten mich schon lange durch mein Leben, auch wenn ich nicht gewusst habe, wer dahintersteckt.

Ihre Name ist eng verbunden mit dem Kinderbuchhaus „Schneiderhäusl“. Gemeinsam mit anderen hat sie einen berufsbegleitenden Lehrgang zur Vermittlung von Kinderliteratur ins Leben gerufen. Das ist einzigartig in Österreich. Meldet euch an! Im Juli beginnt’s. Letzte Chance. Diese Logo ist übrigens auch von Renate Habinger.